In welcher Umgebung fühlst du dich eigentlich wie du selbst?

Warum manche Menschen in Chaos aufblühen und andere schon bei einem schiefen Kissen innerlich sterben.

Es gibt Menschen, die brauchen morgens erstmal Stille, warmes Licht und ihren Lieblingsbecher (immer derselbe… wehe er steht im Geschirrspüler). Es gibt auch Menschen, die fühlen sich erst wohl, wenn um sie herum Leben ist: Stimmen, Musik, Kaffeegeruch, ein bisschen Durcheinander, einfach das Gefühl von „hier passiert was“.

Wir sind uns sicher einig, beide haben recht. Denn die Umgebung, in der wir uns bewegen, hat mehr Einfluss auf unsere Stimmung, Energie und sogar Beziehungen, als wir oft glauben.

 

Wie du wohnst, sagst viel darüber, wie du fühlst

Manche nennen es Feng Shui. Andere nennen es einfach “Ich kann in diesem Zimmer nicht denken, wenn da diese eine Vase steht.” Unsere Umgebung spricht leise und ständig.
Zu viel Kram kann sich anfühlen wie eine Reizüberflutung, zu wenig wie eine seelische Diät.

Das Spannende dabei: Manche Paare streiten zwar über das Geschirr Einräumen in den Geschirrspüler und können dabei eigentlich auch meinen, wie es sich in ihrem Zuhause anfühlen soll. Klingt vielleicht zunächst komisch, ist allerdings recht einfach zu verstehen, Menschen greifen gerne auch mal zu einem „Stellvertreterthema“ zum Streiten, anstatt über womöglich kryptische Dinge wie Gefühle zu sprechen. Anmerkung: Bitte nicht nachmachen!
Also während jemand in der Beziehung eher Klarheit braucht, sehnt sich die andere Person nach Gemütlichkeit. So kann es passieren, dass sich klare Flächen und verspielte Tischdekorationen gegenüberstehen. Wenn du das kennen solltest: Willkommen im Club der völlig normalen Menschen.

 

Die magische Frage: Was tut dir gut?

Stell dir kurz vor: Du kommst in einen Raum und dein Körper atmet auf. Warum? Weil irgendetwas da stimmt. Vielleicht das Licht. Vielleicht die Farbe. Vielleicht einfach, weil es nach Zuhause riecht und nicht nach „To-do-Liste“.

 

Nimm dir mal einen Moment und frag dich:

Was brauche ich, damit ich mich sicher, warm und kraftvoll fühle?
– Ist es Ordnung oder Lebendigkeit?
– Weite oder Nähe?
– Klarheit oder Verspieltheit?

Noch wichtiger: Lebst du schon in einer Umgebung, die das widerspiegelt oder in einer, die dich heimlich stresst?

 

Wenn du es dir nicht schön machst, wie soll es dann schön werden?

Deine Umgebung ist immer ein stilles Gespräch mit dir. Sie spiegelt, was du dir erlaubst und was du dir versagst. Wenn du dich mit Dingen umgibst, die du eigentlich nicht magst, liegt Ablehnung im Raum. Sie ist subtil, dennoch spürbar. Wie soll das Schöne schön sein, wenn es sich ständig gegen Widerstand behaupten muss?

Es geht dabei nicht um Perfektion oder Deko, sondern um Atmosphäre. Um das, was du täglich siehst, berührst, riechst.

Wenn du morgens in einen Raum kommst, der sagt: Hier darfst du dich ausbreiten, verändert das deinen Tag. Wenn du stattdessen in eine Umgebung trittst, die flüstert: Hier passt du nicht rein, ziehst du dich automatisch zusammen.

Das hört nicht an der Wohnungstür auf. Auch der Ort, an dem du lebst, sendet Signale.

Manche Gegenden scheinen eine unendliche Leichtigkeit in sich zu tragen, andere etwas, das viel schwermütiger in der Luft hängt.

Auch die Nachbarschaft ist Teil davon.
Vielleicht kennst du das: Wenn über dir ständig Türen knallen, jemand lautstark streitet, nachts Musik durch die Wände dröhnt oder unterschwellig Missgunst herrscht, bleibt das nicht ohne Wirkung. Es macht etwas mit dir, denn es färbt ab, zwar nicht wie ein lautes Geräusch, sondern wie ein stetiger Ton, der mitschwingt. Selbst wenn du dir einredest, es einfach zu überhören.
Du kannst dich nicht wirklich entspannen und loslassen, wenn du innerlich immer in Bereitschaft bleibst. Das eigene Zuhause verliert damit seinen Schutzraum-Charakter, wenn die Geräusche anderer ständig durchdringen. Es geht dabei gar nicht um Empfindlichkeit, sondern viel mehr um Resonanz. Dein Körper reagiert auf Stimmung, auf das, was in der Luft liegt.
Wenn Menschen um dich herum gereizt, laut oder unversöhnlich sind, entsteht eine Spannung, die sich irgendwann überträgt. Man spürt sie, selbst wenn man nicht hinsieht.

Umgekehrt gibt es Orte, an denen du beim Heimkommen merkst: Hier ist Frieden.
Die Luft fühlt sich weicher an, Menschen lächeln auf der Straße, selbst das Licht wirkt wärmer.
Das ist kein Zufall. Das ist Atmosphäre.
Sie entscheidet mit, wie du dich fühlst, wie du schläfst, wie du denkst.

Manchmal bedeutet Selbstfürsorge auch, ehrlich zu fragen:

Bin ich noch am richtigen Ort?

Nicht, weil woanders alles besser wäre, sondern weil du dort wohnen solltest, wo du atmen kannst. Eine höchst individuelle Entscheidung!

 

Umgebung ist kein Luxus – Es ist eine Haltungsfrage

Wenn du den ganzen Tag in Räumen bist, die dich müde machen, kostet das Kraft, auch wenn du es nicht bewusst merkst. Das gilt für Zuhause genauso wie für das Büro, Auto oder Café.

Manche Räume lassen dich groß denken, andere klein fühlen.

Oft gestalten wir unsere Umgebung, ohne zu merken, dass sie uns ebenfalls gestaltet.

Ein chaotischer Schreibtisch ruft: „Hier ist alles offen!“
Der leere Kühlschrank flüstert: „Ich komm grad nicht zu mir.“
Ein weiches Sofa dagegen sagt: „Hier darfst du landen.“

Unsere Räume sind kein Nebenschauplatz, sie sind Spiegel. Wenn du dich umschaust, siehst du deine Themen in Möbeln übersetzt:

Struktur, wenn du Halt brauchst.
Weichheit, wenn du Zuwendung suchst.
Minimalismus, wenn du Luft willst.
Sammelsurium, wenn du Geschichten liebst.

 

Paare, Achtung: Umgebungen sprechen auch Beziehungsdialekt

Was dem einen „gemütlich“ erscheint, ist für den anderen „zugestellt“. Was für sie „klar und aufgeräumt“ ist, fühlt sich für ihn an wie ein Zahnarztwartezimmer.
Die Lösung?
Nicht was, sondern warum.

Nimm die Forscherlupe in die Hand und frag doch einfach mal, ohne Wertung, ohne Vorwurf: Was macht diesen Raum für dich schön? Was bräuchte dieser Raum für dich mehr oder weniger?
Du wirst überrascht sein, was du hörst. Es geht selten um Möbel, vielmehr um Gefühle.
Um Sicherheit, Ruhe, Wärme, Energie. Oder schlicht: Hier kann ich ich sein.

 

Ein kleiner Selbsttest

Wenn du Lust hast, mach es dir kurz gemütlich und überleg:

  • Wo tanke ich auf und wo zieht es mich gefühlt leer?
  • Welche Farben, Geräusche, Gerüche liebe ich?
  • Welche Gegenstände lassen in mir ein gutes Gefühl entstehen?
  • Gibt es Orte, an denen ich jedes Mal entspanne?

Und dann: bring mehr davon in deinen Alltag.
Kein großer Umbau nötig, manchmal reicht schon, den Schreibtisch zu verschieben, eine Kerze anzuzünden oder die Playlist zu ändern.

 

Carinas Coaching-Impuls

Wenn du merkst, dass du dich in deinen Räumen unruhig, angespannt oder fremd fühlst, fang nicht beim Einrichten an, sondern beim Wahrnehmen.
Was spürst du wirklich, wenn du zur Tür hereinkommst?
Zieht es dich hinein oder eher raus?

Manchmal reicht ein ehrlicher Blick: Braucht dieser Ort mehr Klarheit? Mehr Leben? Mehr Ich?
Und manchmal ist das größte Make-over einfach eine bewusste Entscheidung:
Ich will, dass mein Zuhause mich unterstützt, nicht stresst.

Das kann eben auch bedeuten, gezielt und bewusst Abschied zu nehmen, zum Beispiel von dem Geschenk, um das du nicht gebeten hast und dich nun seit zig Jahren in Form der hässlichsten Vase auf dem Sideboard begleitet, zusammen mit schlechtem Gewissen dich häufiger bei Tante Brunhilde zu melden.

Bewusste Entscheidungen zu treffen gilt auch für Beziehungen.
Denn wo du wohnst, lebst du nicht allein, du schwingst quasi mit jemandem mit.
Wenn beide sich wohlfühlen, entsteht automatisch mehr Frieden, Nähe, Humor und vor allem Leichtigkeit.

 

Fazit: Du bist nicht kompliziert, das ist nicht kompliziert, es darf fein abgestimmt sein

Wenn du in manchen Umgebungen aufblühst und dich in anderen eingeengt fühlst, ist das kein Tick, das ist wohl eher so etwas wie Intelligenz. Es ist da.
Räume sind Resonanzräume. Sie spiegeln, wie du dich fühlst und sie formen, wie du dich fühlst.

Also schau dich um: Wo bist du ganz du selbst? Was darf gehen, damit du wieder atmen kannst?

Denn eine Umgebung, die dich stärkt, ist kein Luxus.
Es ist Selbstfürsorge mit Stil. Der stillste Liebesbeweis, den du dir selbst machen kannst.

Wenn du spürst, dass dein Zuhause, dein Ort oder dein Umfeld dich nicht mehr wirklich stärkt, lohnt es sich unbedingt genauer hinzuschauen.
In einem Coaching erkunden wir gemeinsam, was du brauchst, um dich wieder in deinem Leben  und deinen Räumen wohlzufühlen.

 Hier Termin anfragen

Herzlichst & auf bald
Carina Neuner

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